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FELINE
INFECTIÖSE PERITONITIS
Die
Feline Infektiöse Peritonitis -kurz FIP- ist noch vor
Leukose die tödlichste Infektionskrankheit der Katze. Die
Erkrankung ist seit etwa 30 Jahren bekannt und befällt
Katzen jeder Rasse und jeden Alters. Erreger ist ein
besonders aggressives Corona-Virus. Dieses Virus ist weit
verbreitet. Nach neueren Untersuchungen ist FIP die
Todesursache jeder 8. Katze. Die Mortalität infizierter
Tiere ist hoch. Die Sterberate kann bis 77% betragen. Die
Erkrankung tritt nur bei Katzen auf. Menschen, Hunde,
Kaninchen etc sind nicht gefährdet.
Die klassische,
sogenannte feuchte Form der FIP ist oft relativ leicht zu
erkennen. Aufgrund ihrer Bauchwassersucht zeigen diese
Patienten einen dicken, weichen, flüssigkeitsgefüllten
Bauch bei schlechtem Allgemeinzustand und Abmagerung. Den
letzten Fall dieser Art hat eine unserer Helferinnen schon
an der Anmeldung durch Blick in den Käfig diagnostiziert.
Im Zweifel gibt oft die Punktion der Bauchhöhle eine
schnelle Klärung. In vielen Fällen gelingt es, das
FIP-typische gelbe, fadenziehende Sekret zu gewinnen.
Bei der seltenen Brustwassersucht beobachtet man in
aller Regel schwere Atemnot.
Erheblich schwieriger
ist das Erkennen der diversentrockenen Formen. Das
Erscheinungsbild ist hier sehr vielgestaltig. An Symptomen
kommen vor: Abmagerung, Augenkrankheiten, Austrocknung,
Blutarmut, Erbrechen, Durchfall, Gelbsucht,
Nervenerkrankungen/Verhaltensanomalien,Teilnahmslosigkeit,
Wechselfieber und andere. Im Zweifelsfall erfolgt die
Diagnose durch Untersuchung einer Blutprobe. Leider kommen
hierbei jede Menge uneindeutige Ergebnisse vor, da man
nicht die spezifichen FIP-Antikörper, sondern nur
allgemein solche gegen Corona-Viren nachweisen kann. Und
die relativ harmlosen Corona-Viren sind in der
Katzenpopulation im Zunehmen.
Jederzeit und überall.
Welpen FIP-kranker Mütter infizieren sich schon in der
Gebärmutter. Das Virus wird mit Nasensekret, Speichel,
Kot und Urin ausgeschieden. Und wenige Viren reichen zur
Infektion völlig aus. Sie können diese tödliche
Krankheit also leicht auch indirekt, zB über die Schuhe,
durch streicheln fremder Katzen etc auf Ihren geliebten
Haustiger übertragen. Es gibt Katzen, die das Virus
ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Diese Tiere sind
also völlig unauffällig, stellen aber trotzdem eine tödliche
Gefahr für andere Katzen dar. Freigänger stecken sich
bevorzugt direkt von Tier zu Tier an. Natürlich sind alle
Orte, wo viele Katzen zusammentreffen, wahre Seuchenherde.
Hier sind Rasseausstellungen, Tierpensionen und natürlich
speziell Tierheime zu nennen.
Spontanheilungen mit
unserer tierärztlichen Unterstützung haben wir erlebt,
sie bleiben aber leider eine glückliche Ausnahme. Wenn
FIP klinisch geworden ist, geht das in praktisch jedem
Fall böse aus. Das Virus selbst ist pharmakologisch
unangreifbar. Eine Stimulation der körpereignen
Abwehrmechanismen gelingt -auch mit homöopathischen
Methoden- nur sehr selten. In leichteren Fällen lässt
sich unter diätätischer plus homöopathischer Therapie
zwar oft eine Besserung der Symptome erreichen, eine
Heilung bedeutet dies jedoch nicht. Die Langzeitprognose
ist in jedem Fall sehr ungünstig.
Ausser
Hygienemassnahmen die sich aus logisch aus obigem ergeben,
gab es bis 1991 keinerlei Möglichkeit zur Prophylaxe.
Seitdem gibt es einen Impfstoff und es hat dann nur noch
mal 2 Jahre und ein paar tausend Katzenleben gekostet bis
unsere Zulassungsverhinderungsbehörde, das
Paul-Ehrlich-Institut seinen Segen für Deutschland
erteilte. Die Effektivität ist nach Herstellerangaben
85%. Das ist natürlich nicht ideal, aber doch ein beträchtlicher
Fortschritt gegenüber 0% ohne Impfung. Die
Grundimmunisierung besteht aus 2 Impfungen im Abstand von
3-4 Wochen. Dann wird jedes Jahr nur noch 1x aufgefrischt.
Der Impfstoff wird intranasal, dh. in Form von
Nasentropfen verabreicht.
Auch wenn sie Ihre Katze mit der zugesicherten Eigenschaft
"ist geimpft" gekauft haben, sagt das nicht,
dass sie gegen FIP geschützt ist. Traurig genug, aber es
gibt immer noch Kollegen und speziell Tierheime, bei denen
sich die FIP-Impfung noch nicht herumgesprochen hat. Wenn
Sie im Zweifel über den Impfstatus Ihrer fremdgeimpften
Katze sind, werfen wir gerne einen Blick in ihren
Impfausweis.
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