Die
Erkrankung kann bereits 3 Monate nach der Infektion auftreten,
kann sich
aber auch erst nach 18 Monaten zeigen. Ganz selten kann sie sogar über
einige Jahre in einer Art Ruhezustand verharren. Es kommt sogar vor,
dass Hunde resistent sind, was bedeutet, dass obgleich sie von
infizierten Sandmücken gestochen wurden, sie keine Krankheitssymptome
entwickeln, solange sie gut genährt sind und physisch nicht überbeansprucht
werden. Diese Resistenz ist wahrscheinlich genetisch determiniert.
Im
Hund lebt der Parasit in speziellen Zellen, den sog. Makrophagen. Diese
findet man im Blut, in der Haut und in inneren Organen. Der Parasit hat
hier eine rundliche Form und vermehrt sich durch Zellteilung.
Wenn
eine Sandmücke einen infizierten Hund sticht, nimmt sie diese Zellen über
die Haut auf. Im Magen der Mücke werden dann die infizierten Zellen
aufgebrochen und die Parasiten freigesetzt. Diese nehmen dann eine längliche,
dünne Gestalt an, die in der Blutmahlzeit herumschwimmen und die
Darmwand befallen.
Infolge
Vermehrung durch Zellteilung füllt sich schon nach wenigen Tagen der
Magen der Mücke mit unzähligen Parasiten. Nachdem die weiblichen Mücken
ihre Eier gelegt haben, suchen sie eine neue Blutmahlzeit. Wenn sie ein
zweites Mal stechen, werden die Parasiten
in der Hundehaut abgelegt.
Eine winzige Hautläsion erscheint an der Stichstelle, gewöhnlich an
der Schnauze oder am Ohr. Dort dringen die Parasiten in die Makrophagen
ein und verwandeln sich in ihre ursprünglich runde Form zurück. Während
die Hautläsion langsam wieder verschwindet, breiten sich die Parasiten
in den inneren Organen des Hundes aus.
Grundsätzlich
können auch Mensch an der Leishmaniose erkranken. In Europa
kommt die Erkrankung sehr selten vor, wenn, dann hauptsächlich
bei immungeschwächten Personen. Die Behandlung der
Leishmaniose beim Menschen ist relativ einfach und führt in
der Regel zu einer endgültigen Heilung.
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Wie kann
ich eine Sandmücke erkennen und wo lebt sie?
Sandmücken
sind kleine, haarige, zweibeflügelte Insekten (2,5 – 3 mm lang), die,
unüblich bei Mücken, nicht summen. Ihre Farbe reicht von strohfarben
bis dunkelbraun. Wenn sie stechen wollen, hüpfen sie mit ausgebreiteten
Flügeln über den Körper des Hundes. Sie stechen sowohl Menschen als
auch Hunde, und einige gegen ihre Stiche sensibilisierte Individuen
bekommen schwere juckende Reaktionen. Sandmücken sind tagsüber nicht
zu sehen, da sie in Ritzen und Spalten ruhen. Die Mücken, die Canine
Leishmaniose übertragen, leben nicht an Stränden, sind aber im
Allgemeinen reichlich in ländlichen Gegenden oder in bewaldeten Flächen
von Städten, wie Gärten oder Parks, zu finden. Eine Woche nach
Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern. Es existieren vier
Larvenstadien, bevor die Puppe bzw. die Kokon gebildet wird. Zehn Tage
später schlüpfen die erwachsenen Tiere. Bis hierhin dauert der gesamte
Entwicklungszyklus, beginnend mit der Eiablage, ungefähr 2 Monate.
In
den mediterranen Ländern beginnt die Sandmücken – Saison im Mai und
endet im September oder, bei mildem Spätsommerklima, im Oktober.
Die letzte Sandmückengeneration
überwintert im vierten Larvenstadium.
Beide Geschlechter ernähren sich von Zucker aus Pflanzen oder von
Blattlaus Honigtau. Im Gegensatz zu den Männchen ernähren sich die
Weibchen auch von Blut. Innerhalb einer Woche nach einer Blutmahlzeit
legen die Weibchen dann um die 100 Eier in feuchten, mit organischen
Stoffen angereichtem Boden.
Ja!
Absofort existiert eine neuer zugelassener Impfstoff gegen die
Leishmaniose. Er heisst CaniLeish® (virbac) und kann bei Hunden
ab dem 6 Lebensmonat angewendet werden. Die Impfung reduziert das Risiko
eine aktive Infektion und klinische Syptome, nach Kontakt mit der Leishmania
infantum, zu entwickeln.
CaniLeish®
kann nur
bei “Leishmaniose-negativen” Hunden angewandt werden. Deshalb ist es
empfehlenswert vor der ersten Impfung einen Leishmanioseschnelltest zu
machen, um sicher zustellen, dass der Hund frei von Leishmaniose ist.
Die
Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfungen. Diese werden im Abstand von
3 Wochen unter die Haut gespritzt. Die erste Impfung kann bei Hunden ab
dem 6 Lebensmonat gemacht werden, nachdem der Leishmaniosetest negativ
ausgefallen ist. Die zweite Impfung erfolgt 3 Wochen danach und die 3.
Impfung wird nach weiteren 3 Wochen injiziert. Danach ist eine jährlich
Wiederholungsimpfung erforderlich, um den Impfschutz weiter zu gewährleisten.
Die
Wirksamkeit der Impfung bei bereits infizierten Hunden wurde nicht
untersucht und eine Impfung kann daher nicht empfohlen werden. Bei
Hunden, die trotz Impfung eine Leishmaniose entwickeln (aktive Infektion
oder Erkrankung), zeigten weitere Impfungen keinen Nutzen.
Das
Risiko einer impfbedingten Infektion kann ausgeschlossen werden, da der
Impfstoff keine Parasiten enthält. CaniLeish® ist
eine Impfung, die eine Anzahl von Proteinen enthält, die der Parasit
der Leishmania infantum während des wachsens produziert.
Es
wird ein Impfschutz von 65-70% zugesichert. Trotzdem wird empfohlen den
Hund weiterhin mit Halsbänder und Pipetten, welche Permetrin oder
Deltametrin enthalten, vorsorglich zu schützen. Beide Methoden
kombiniert sichern einen sehr hohe Schutz gegen die meist tödlich
verlaufende Leishmaniose.